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Unter der "Hirsauer Reform" versteht man eine mittelalterliche Reformbewegung der Kirche. Zu welchem Orden gehörten die Hirsauer Mönche?

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Auf Entdeckungstour in Mittelfranken: das Fürstentum Ansbach und die Herrschaft Seckendorff

Termin:14. bis 15. Juli 2012
Führungen: Werner Bürger (Ansbach), Dr. Gerhard Rechter (Nürnberg), Rainer Graf von Seckendorff-Aberdar (Obernzenn), Jan und Manuele Kube (Sugenheim)
Abfahrt: 8.00 Uhr, Stuttgart, Urbanstraße, bei der Württ. Landesbibliothek
Zustieg: 8.40 Uhr, Autobahnausfahrt Mundelsheim, P+M-Parkplatz
Rückkehr: voraussichtlich gegen 20.00 Uhr in Stuttgart
Leistungen: Fahrt im komfortablen Reisebus, Führungen, Eintritte, Übernachtung im **** Hotel in Ansbach mit Abendessen, Mittagessen am Sonntag
Kosten: 175,00 € pro Person im Doppelzimmer (EZ-Zuschlag 16,00 €)

Vor 300 Jahren, am 12. Mai 1712, wurde Erbprinz Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach geboren. Er war der Sohn des Markgrafen Wilhelm Friedrich (1685-1723) und seiner Gemahlin Christiane Charlotte, geborene Herzogin von Württemberg-Winnental (1694-1729). Nach dem frühen Tod ihres Mannes übernahm die intelligente und pflichtbewusste Markgräfin die Regentschaft im Fürstentum Ansbach; sie machte sich um staatliche Reformen, um Baukunst und Kultur verdient. Unter der kraftvollen Regierung ihres tüchtigen, aber charakterlich sehr umstrittenen Sohnes Carl Wilhelm Friedrich (1712-1757) erlebte das Territorium eine Blüte in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht, auch wenn es finanziell an den Rand eines Staatsbankrotts geriet. Aus der Ehe des Markgrafen mit der preußischen Königstochter Friederike Luise ging der aufgeklärte und gebildete Markgraf Carl Alexander (1736-1806) hervor, der die fränkischen Markgrafentümer 1791 an Preußen abtrat und fortan in England lebte.

Die dynastischen Beziehungen zwischen Brandenburg-Ansbach und Württemberg reichen bis ins späte Mittelalter zurück. In ihnen spiegeln sich nicht nur familiäre, sondern auch politische, konfessionelle und kulturelle Verbindungen, wie sie beispielsweise in der Person des oberitalienischen Baumeisters Leopoldo Retti greifbar werden, der sowohl in Ansbach als auch in Ludwigsburg und Stuttgart wirkte.

Auf unserer Fahrt steht am Samstag, dem 14. Juli 2012, die markgräfliche Stadt Ansbach, durch die uns der Stadtarchivar und Museumsleiter Werner Bürger führen wird, im Mittelpunkt der Betrachtung: Das Residenzschloss entwickelte sich aus einer spätmittelalterlichen Wasserburg. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde das in der Renaissance erweiterte Baugefüge in eine Barockresidenz umgeformt. Für die qualitätvolle Ausstattung der Rokokoräume zeichnete Leopoldo Retti verantwortlich. Besonders sehenswert sind der Große Saal mit einem Deckenfresko von Carlo Carlone, das Markgraf Carl Wilhelm Friedrich verherrlicht, das Spiegelkabinett, das Gobelinzimmer und der Kachelsaal, der an die Kunstfertigkeit der Ansbacher Fayence-Manufaktur erinnert.

Zur Residenz gehört auch der Hofgarten, den die kunstsinnige Markgräfin Christiane Charlotte ab 1723 als geometrische Anlage gestalten ließ. Die Orangerie beeindruckt durch ihre französisch wirkende Formensprache.

Barocke Fassaden und versteckte Innenhöfe im Stil der Renaissance begleiten den Rundgang durch die Altstadt. Sie wird von der Drei-Turm-Fassade der einstigen Hof- und Stiftskirche St. Gumbertus überragt, in der sich die Stilepochen der Romanik, der Gotik und des Barock verbinden. In der Schwanenritterkapelle erinnern Epitaphien und Totenschilde an den von Markgraf Albrecht Achilles gegründeten Schwanenorden. Unter der Kapelle befindet sich die markgräfliche Grablege mit 25 prachtvollen Sarkophagen, darunter auch ein Zinnkästchen mit dem Herzen des Prinzen Maximilian Emanuel von Württemberg (1689-1709). Unweit des Herrieder Tors hat die Synagoge samt ihrer ursprünglichen Innenausstattung und den beiden Ritualbädern die Zerstörungen der "Reichskristallnacht" überdauert. Der barocke Sakralbau wurde 1744-46 von Hofbaumeister Retti errichtet. Ein Besuch des Markgrafen-Museums und der Sonderausstellung zum 300. Geburtstag des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich wird die Stadtführung abrunden.

Eine unter Markgräfin Christiane Charlotte gepflanzte Lindenallee führte einst von Ansbach nach Triesdorf, dem fürstlichen Sommersitz. Dieses ländliche Refugium, bestehend aus kleinen Schlössern, Hofkirche, Marstall, Kavaliershäusern und einem Meiereigut, war ein beliebter Ort höfischer Jagden und Feste.

Von Triesdorf unternehmen wir schließlich einen Abstecher zur ehemals nürnbergischen Festung Lichtenau, die die Ansbacher Markgrafen als "Stachel" in ihrem Territorium empfanden. Die zwischen 1557 und 1610 errichtete Wehranlage ist ein Meisterwerk der Renaissancebaukunst und ein Symbol reichsstädtischer Herrschaft.

Am Sonntag, dem 15. Juli 2012, folgen wir unter Leitung von Dr. Gerhard Rechter, dem Direktor des Staatsarchivs Nürnberg, von Ansbach aus dem Oberlauf der Fränkischen Rezat. In Virnsberg beeindruckt die ehemalige Deutschordensburg, die in ihrer heutigen Gestalt zumeist aus dem 16. Jahrhundert stammt. Im Ort hat sich mit dem von Komtur Friedrich Philipp von Wildenstein (reg. 1741-1770) gestifteten Grab ein kunstgeschichtlich bedeutsames Zeugnis barocker Frömmigkeitskultur erhalten.

Dem Flüsschen Zenn entlang führt der Weg nach Obernzenn mit seiner eindrucksvollen Schlossanlage. Die ehemalige Wasserburg befindet sich seit dem 13. Jahrhundert im Besitz der Familie von Seckendorff, die der zollernschen Ministerialität entstammt. Im 17. und 18. Jahrhundert errichteten die seckendorffischen Linien Aberdar und Gutend um einen gemeinsamen Binnenhof herum das Blaue und das Rote Schloss, die nach der Farbgebung der Fassaden benannt wurden.

Während sich die Linie Gutend mehr und mehr auf ihre Besitzungen in Thüringen konzentrierte, gelang es ihren Vettern Aberdar, sich in württembergischen Diensten zu etablieren. Christoph Johann Karl (1747-1814), dessen Vater das Blaue Schloss errichtet hatte, avancierte in Stuttgart zum Kammerherrn und Staatsminister; 1810 wurde er von König Friedrich in den Grafenstand erhoben. Seinem Nachfahren, Rainer Graf von Seckendorff-Aberdar, ist es zu verdanken, dass die Anlage sich heute wieder so einladend präsentieren kann.

Von Obernzenn aus geht die Fahrt weiter durch die Windsheimer Bucht und entlang der Aisch nach Sugenheim mit seiner 1376 erstmals genannten Wasserburg. Sugenheim bildete das zweite Standbein des einst weitverstreuten seckendorffischen Güterkomplexes. Die nach dem Bauernkrieg wiederaufgebaute Dreiflügelanlage des Alten Schlosses mit seinen vier Ecktürmen wurde seit dem 19. Jahrhundert stark vernachlässigt und stand lange Zeit leer. 1975 erwarben Jan und Manuela Kube das heruntergekommene Bauwerk, das sie mühevoll restaurierten und dort ein Spielzeugmuseum einrichteten. Das benachbarte Neue Schloss, von 1746-1749 im "Markgrafenstil" umgebaut, steht gegenwärtig zum Verkauf.

Vor der Rückreise nach Stuttgart lohnt noch ein Abstecher in den Sugenheimer Ortsteil Ullstadt mit dem Schloss der Freiherren von Franckenstein. Erbaut nach Plänen von Johann Dientzenhofer zählt es zu den schönsten barocken Sommerresidenzen Frankens.

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