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Die Ausgrabung des "Keltenfürsten von Hochdorf" war seinerzeit eine Sensation, weil die Grabstätte nicht ausgeraubt war. Worauf war der Leichnam gebettet?

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auf einer Kline
auf einem Erdhügel

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Auf den Spuren der "Brüder vom gemeinsamen Leben" in Württemberg

Termin:Samstag, 6. Juli 2013, 8.30-19.00 Uhr
Führung: Dr. Wolfgang Schöllkopf (Ulm)
Abfahrt: 8.30 Uhr, Stuttgart, Urbanstraße, bei der Württ. Landesbibliothek
Rückkehr: voraussichtlich gegen 19.00 Uhr in Stuttgart
Kosten: 47,00 € pro Person
Hinweis: Im Reisepreis sind das Mittagessen (3-Gänge-Menü) im Gewölbekeller des Uracher Stifts, Eintritt und Führungen enthalten.

Im Jahr 1477 holte Graf Eberhard im Bart die Brüder vom gemeinsamen Leben, die ihre Wurzeln in den Niederlanden hatten, in seinen württembergischen Landesteil. In seiner Residenzstadt Urach übertrug er ihnen die Pfarrkirche St. Amandus, die Papst Sixtus IV. zum Kollegiatstift erhoben hatte. Den Grafen beeindruckten die tiefe Frömmigkeit und die gründliche Wissenschaft der Brüder, die man auch als Kappen- oder Gugelherren bezeichnete. Sie waren ihm eine willkommene Alternative zu den mittelalterlichen Mönchsgemeinschaften; sie sollten ihr Gemeinschaftsleben zum Lobe Gottes führen und seelsorgerlich auf das Volk einwirken. Auch sollten die Kappenherren, unter denen Gabriel Biel und Wendelin Steinbach einen engen geistigen Austausch mit dem Grafen pflegten, im Schulwesen tätig werden und die mit der Gründung der Universität Tübingen beabsichtigte Bildungsreform unterstützen.

Da die Brüder vom gemeinsamen Leben, deren Stift in Urach über eine gute wirtschaftliche Fundierung verfügte, zu Eberhards Zufriedenheit wirkten, setzte sich der Landesherr für die Gründung weiterer Niederlassungen ein, die er nach Kräften förderte: 1482 wurde das Kollegiatstift Herrenberg den Kappenherren übergeben, die im selben Jahr auch die Verantwortung für die Tübinger Schlosspfarrei übernahmen. Zeitgleich wurde die Pfarrkirche St. Pankraz und Hippolyt in Dettingen an der Erms in ein Stift umgewandelt und mit Brüdern aus Urach besetzt. 1486 folgte die Inkorporierung der aus einer Wallfahrtsstätte hervorgegangenen Marienkirche in Tachenhausen. Die letzte Stiftung, die Graf Eberhard zugunsten der Kappenherren errichtete, war 1492 das Stift St. Peter im Einsiedel, das er auch zu seiner letzten Ruhestätte wählte.

Nach dem Tode ihres fürstlichen Gönners (1496) und bedingt durch den fehlenden inneren Bezug seiner Nachfolger begann der Stern der Brüder vom gemeinsamen Leben in Württemberg rasch zu sinken. Ihre Zeit ging schon vor der Reformation, die sie doch in vielem mit vorbereitet hatten, zu Ende. Bereits 1517 wurde ihre Gemeinschaft im Herzogtum aufgehoben. Wirkungen und manche Spuren blieben jedoch erhalten. Vieles davon ist versteckt geblieben und lohnt die Entdeckung auf dieser Exkursion.

Geleitet wird die Fahrt von Dr. Wolfgang Schöllkopf, Pfarrer am Einkehrhaus Stift Urach und landeskirchlicher Beauftragter für württembergische Kirchengeschichte. Sie führt zum Hofgut Tachenhausen bei Oberboihingen, zum Florian bei Kappishäusern und zur Stiftskirche in Dettingen an der Erms. Vom Amandusstift in Urach, das den Mittelpunkt der Reise bilden wird, geht es schließlich zum Einsiedel bei Kirchentellinsfurt.

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