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Die Stuttgarter Prachtstraße ist zweifelsohne die Königstraße. Wie hieß diese Straße ursprünglich?

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Stadtrundgänge: Volkspark - Gedenkstätte - Messeforum: Der Killesberg

Termin:Mittwoch, 9. Juli 2014, 16.30 Uhr
Führung: Dr. Roland Müller und Dipl.-Ing. Eberhard Schnaufer (Stuttgart)
Anfahrt: Stadtbahn U 5 oder Bus 44 bis Haltestelle "Killesberg"
Treffpunkt: Beim Aufgang der Stadtbahn
Kosten: 3,00 € pro Person

Vor 75 Jahren - am 22. April 1939 - wurde auf dem Killesberg-Gelände die 3. Reichsgartenschau nach Plänen des Potsdamer Gartengestalters Hermann Mattern und des Bonatz-Schülers Gerhard Graubner eröffnet. Stuttgart wollte sich im NS-Staat als aufgelockerte Großstadt mit einer reichswichtigen Aufgabe präsentieren. Trotz rüstungsbedingter Einschränkungen entstand in dem ehemaligen Steinbruchgelände eine originäre Landschaftsgestaltung, die mit handwerklich ausgezeichneten Trockenmauern im Wengerter-Stil, verschiedenartigen kleinteiligen Gärten und Wegeanlagen allerdings im NS-Sinne umstritten war. Eher repräsentierten die Bauten Graubners im Eingangsbereich die bei den Nationalsozialisten geschätzte Formensprache.

Die Reichsgartenschau verschaffte Stuttgart enormen Imagegewinn und wirkte mit Sonderausstellungen, Veranstaltungen und Festen als eine scheinbar unpolitische Manifestation der Volksgemeinschaft. Die Ambivalenz des NS-Systems zwischen Zustimmung und Terror zeigt die Funktion des Höhenparks als Sammelstelle für drei Deportationen aus Stuttgart 1941 und 1942. Somit ergibt sich heute eine öffentliche Funktion auch als Gedenkort.

Die Deutsche Gartenschau 1950, wieder mit Mattern, diente im Wesentlichen der Wiederherstellung des Parks; die Bundesgartenschauen 1961 und 1977 wirkten sich nur indirekt auf den Killesberg aus, lag doch der Schwerpunkt eindeutig bei den innerstädtischen Anlagen. Schließlich wurde das so vorbereitete "Grüne U" mit der IGA 1993 realisiert. Die Entwicklung des Veranstaltungs- und Messestandorts auf dem Killesberg stand in einem Spannungsverhältnis zum Park, der seit Anfang der 1980er Jahre unter Denkmalschutz steht und bis heute ein viel besuchter, lokaler Identifikationsfaktor ist.

Der etwa zweistündige Rundgang zeigt die historische Entwicklung und die verschiedenen Funktionen des Höhenparks auf; er wird geleitet von Dr. Roland Müller und Dipl.-Ing. Eberhard Schnaufer, Garten-, Friedhofs- und Forstamt Stuttgart.

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