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Am 3. Oktober 1805 fand ein Vieraugengespräch zwischen Napoleon und Kurfürst Friedrich von Württemberg statt, das für den weiteren Verlauf der Landesgeschichte große Bedeutung haben sollte. Wo fand dieses denkwürdige Gespräch statt?

im Neuen Schloss in Stuttgart
im Ludwigsburger Schloss
in Versailles

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Bausteine einer Vereinsgeschichte

Gründung
Demokratischer Verein
Breite Unterstützung in den Anfangsjahren
Historische Bildung
Unterstützung staatlicher Institutionen
Vorträge und Veröffentlichungen

Gründungtop

1843. Diese Jahreszahl markiert die Gründung des Württembergischen Geschichts- und Altertumsvereins (WGAV). Er zählt zu den ältesten deutschen Geschichtsvereinen.
Die Gründer des "Württembergischen Altertumsvereins" sahen sich zunächst vor allem forschungspraktischen Zielen verpflichtet. Als oberstes Ziel formulierten sie die "Bewahrung der materiellen überreste der Geschichte", also den Erhalt von Denkmälern, "die durch Unkenntnis oder Missachtung ihrer historischen Bedeutung durch Destruktion und Korrosion bedroht sind".

Demokratischer Vereintop

An der Liste der Gründungsmitglieder lässt sich ablesen, dass der WGAV als eine Initiative "von unten" entstand und als breit angelegtes gesellschaftliches Bündnis verstanden wurde. Solche Vereine lagen in der Zeit vor der 48er-Revolution im Trend. Ihre Entstehung bringt die bürgerlichen Bestrebungen um Emanzipation, Beteiligung und Demokratie zum Ausdruck. Dies zeigt sich auch bei den Gründungsmitgliedern: Anhänger der Linken, wie der Jurist und Landtagsabgeordnete Albert Schott, waren unter ihnen ebenso vertreten wie Liberale, so der Stuttgarter Stadtrat Christian Friedrich Sick. Auch Vertreter des württembergischen Adels zählten dazu, beispielsweise der Freiherr vom Holtz aus Alfdorf. Darüber hinaus beteiligten sich neben professionellen Geschichtswissenschaftlern und Lehrern Kirchenleute, Verleger und selbst Künstler an der Gründung.
Der bereits 1822 gegründete "Verein für Vaterlandskunde" basierte demgegenüber auf ganz anderen Grundlagen. König Wilhelm I. persönlich hatte die Vereinsgründung betrieben. Der württembergische König war es auch, der die Mitglieder ernannte und die finanzielle Ausstattung der Vereinigung sicherte.

Breite Unterstützung in den Anfangsjahrentop

Der aus bürgerlicher Initiative entstandene Altertumsverein verstand sich ganz bewusst als Gegenpol zum "Verein für Vaterlandskunde". Er entfaltete schnell ein dynamisches Vereinsleben. Sitzungen fanden nicht wie beim königlichen Verein einmal jährlich, sondern anfangs wöchentlich und später 14-tägig statt. Der Verein war erfolgreich, die Zahl der Mitglieder wuchs schnell: Vier Jahre nach der Gründung konnte der Verein bereits weit über 500 Mitglieder verzeichnen.

Die denkmalpflegerische Arbeit konzentrierte sich zunächst überwiegend auf die Beratung von Eigentümern, örtlichen Instanzen und staatlichen Stellen. Doch schon bald begannen Mitglieder mit eigenen Aktivitäten. Zu den spektakulärsten zählten Ausgrabungen in Oberflacht bei Tuttlingen, deren Ergebnisse noch heute für die Forschung über die Alamannen wesentlich sind.
Von Anfang an hatte man die Absicht, Denkmäler nicht nur aufzufinden, sondern auf Dauer zu sichern und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Schon bald verfügte der Verein über eine museale Sammlung, die ihr Domizil in der Legionskaserne in der Stuttgarter Innenstadt (beim heutigen Wilhelmsbau) hatte. Bereits 1850 war sie die größte Sammlung von "Altertümern" in Württemberg.

Historische Bildungtop

Zum Ziel, Denkmäler zu bewahren, kam ein zweites Ziel hinzu: die historische Bildung. Erste Veröffentlichungen dokumentierten die Forschungsergebnisse in Wort und Bild. Da die Fotographie noch nicht erfunden ist, arbeiteten an ihnen neben Historikern auch Künstler, die die untersuchten Objekte zeichneten.
Allerdings büßten angesichts des politischen und gesellschaftlichen Umbruchs von 1848/49 landes- und ortsgeschichtliche Themen an Relevanz ein und erfuhren nur noch ein geringes Interesse in der Öffentlichkeit. Die Geschichtsvereine, so auch der "Württembergische Altertumsverein", verloren an Mitgliedern.
Mehr und mehr reifte daher die Erkenntnis, dass eine flächendeckende und fachmännische Denkmalpflege nicht auf der Basis freiwilligen Engagements der Vereinsmitglieder zu bewältigen war.
Nach langer interner Diskussionen gab der Verein dem Druck des progressiveren Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine nach und unterstützte die Einrichtung einer staatlichen Stelle für Denkmalpflege.

Unterstützung staatlicher Institutionentop

Dies bedeutete eine Zäsur in der Vereinsgeschichte: Hatte sich der Verein bei seiner Gründung bewusst als staatsferne Institution verstanden, förderte und unterstützte er jetzt die Errichtung staatlicher Institutionen zur Sicherung des materiellen historischen Erbes. 1872 übergab der Verein seine Exponate der "Staatssammlung vaterländischer Kunst- und Altertumsdenkmale". Aus dieser Sammlung ging später das Württembergische Landesmuseum hervor. Die Vereinsbibliothek einschließlich historischer Handschriften und alter Drucke gingen an die Öffentliche Bibliothek, Vorgängerin der heutigen Württembergischen Landesbibliothek.

Vorträge und Veröffentlichungentop

Fortan konzentrierte sich der Verein auf Vorträge und Veröffentlichungen. Mit den "Württembergischen Vierteljahresheften für Landesgeschichte" wurde ein erstes anspruchsvolles historisches Periodikum ins Leben gerufen.
In der Folgezeit entwickelte sich das Profil des Vereins weiter. Neben der historischen Bildungsarbeit mit ihren Schwerpunkten auf Publikationen und Vorträgen erweiterte der Verein sein Angebot um Studienfahrten, Tagungen und Workshops, die seinen Zielsetzungen lebendigen Ausdruck verleihen.

Susanne Wetterich